Aus der Wissenschaft
Hundehaltung bewegt Deutschland
Hundehalter sind aktiver, gehen häufiger spazieren und profitieren von einem bewegteren Alltag. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kommt eine umfassende Dissertation an der Deutschen Sporthochschule Köln, die erstmals das Bewegungsverhalten von Hundehaltern in Deutschland wissenschaftlich untersucht hat.
Dass Hunde Bewegung in den Alltag bringen, wissen Hundehalter aus erster Hand. Diese Wahrnehmung wird allerdings auch durch die Wissenschaft gestützt: In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass Hundehalter in Deutschland insgesamt körperlich aktiver sind als Menschen ohne Hund. Der größte Anteil dieser zusätzlichen Bewegung entfällt auf die regelmäßigen Spaziergänge mit dem Vierbeiner.
Besonders bemerkenswert: Die allermeisten Hundehalter erreichen allein durch ihre Hundespaziergänge die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Bewegungsdauer von mindestens 150 Minuten pro Woche locker. Die durchschnittliche Zeit, die deutsche Hundehalter mit ihren Hunden unterwegs sind, liegt sogar deutlich über den Anforderungen der WHO.
Der Hund als Bewegungsmotivator
Die Untersuchung liefert zudem starke Hinweise darauf, dass nicht nur besonders aktive Menschen häufiger Hunde halten, sondern dass die Hundehaltung selbst zu mehr Bewegung führt. In einer mehrjährigen Langzeitstudie nahm die körperliche Aktivität der Teilnehmer nach der Anschaffung eines Welpen deutlich zu. Die zusätzliche Bewegung blieb auch noch mehrere Jahre später über dem ursprünglichen Niveau.
Viele Teilnehmer nannten „Bewegung“ sogar ausdrücklich als einen Grund für die Anschaffung eines Hundes oder die Wahl einer bestimmten Rasse. Der Hund wird damit nicht nur zum Begleiter, sondern auch zum täglichen Anreiz für einen aktiven Lebensstil – und informierte und bewegungsfreudige Hundehalter wählen ihren Hund und seine Rasse gezielt nach ihren Anforderungen aus und schaffen so optimale Bedingungen für ein positives und glückliches Zusammenleben zwischen Hund und Halter.
Mensch-Hund-Bindung stärkt gemeinsame Aktivität
Die Studie konnte außerdem nachweisen, dass eine enge Bindung zwischen Mensch und Hund mit mehr gemeinsamer Aktivität verbunden ist. Hundehalter mit einer besonders ausgeprägten Bindung zu ihrem Hund gingen länger spazieren und investierten mehr Zeit in gemeinsame Aktivitäten.
Dies unterstreicht, was viele Halter aus eigener Erfahrung kennen: Bewegung mit dem Hund ist weit mehr als reine körperliche Aktivität. Sie ist Teil einer gemeinsamen Beziehung und eines gemeinsamen Alltags.
Fazit
Die Ergebnisse zeichnen ein insgesamt sehr positives Bild. Hunde fördern Bewegung, strukturieren den Alltag und motivieren ihre Menschen zu regelmäßiger Aktivität. Gerade in einer Zeit, in der Bewegungsmangel zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen zählt, zeigt sich die Hundehaltung als wertvoller Beitrag zu einem aktiven Lebensstil.
Der Hund ist damit nicht nur bester Freund des Menschen, sondern oft auch Trainingspartner und erfolgreicher Bewegungscoach.
Quelle: Hielscher-Zdzieblik, B. (2022). Bewegungsverhalten von Hundehaltern: Eine Bestandsaufnahme der körperlichen Aktivität von Hundehaltern in Deutschland. Dissertation, Deutsche Sporthochschule Köln.