Die organisierte Rassehundezucht in Deutschland genießt international einen hervorragenden Ruf. Dies zeigte sich erneut im Mai 2026, als eine hochrangige japanische Fachdelegation Deutschland besuchte, um sich vor Ort über die Zucht, Aufzucht und Haltung von Hunden sowie über Fragen des Tierschutzes zu informieren.
Den Anstoß für den Besuch gab eine Anfrage der japanischen Organisation SOA (Society of Animal Professionals), die sich der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in der Heimtierbranche widmet. Ziel der Reise war es, Einblicke in die praktische Umsetzung verantwortungsvoller Hundezucht zu gewinnen und den fachlichen Austausch mit deutschen Experten zu fördern.
Der VDH organisierte daraufhin den Besuch einer Zuchtstätte. Aufgrund seiner besonderen Bedeutung als deutsche Traditionsrasse fiel die Wahl auf den Deutschen Schäferhund. Gemeinsam mit dem Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. konnte die Zuchtstätte „vom Fichtenschlag“ von Marco Oßmann als Gastgeber gewonnen werden.
Die japanische Delegation bestand aus elf Teilnehmern, darunter führende Vertreter der japanischen Heimtierbranche, hochrangige Tierärzte sowie der Gründer und ehemalige Präsident der SOA. Begleitet wurde die Gruppe von der in Deutschland tätigen Tierärztin Kyoko Alscher, die den Austausch organisatorisch unterstützte.
Am 14. Mai 2026 wurde die Delegation von der Familie Oßmann empfangen. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Fragen zur Welpenaufzucht, zum Tierschutz sowie zur Verantwortung von Züchtern gegenüber ihren Hunden und den zukünftigen Haltern. Die Gäste erhielten umfassende Einblicke in die tägliche Arbeit einer deutschen Schäferhundzucht und konnten sich ein Bild von den hohen Anforderungen machen, die an die kontrollierte Zucht im VDH gestellt werden.
Besonderes Interesse zeigten die Besucher an den Aufzuchtbedingungen der Welpen, den Gesundheitsmaßnahmen innerhalb der Zucht sowie an den gesetzlichen und vereinsinternen Regelungen zum Tierwohl. In zahlreichen Gesprächen wurden Erfahrungen ausgetauscht und Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen den jeweiligen nationalen Systemen diskutiert.
Trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe wurde schnell deutlich, dass die grundlegenden Werte überall dieselben sind: die Liebe zum Hund, die Verantwortung für dessen Gesundheit und Wohlbefinden sowie das Bestreben, zukünftigen Generationen gesunde und wesensfeste Hunde zu erhalten.
Für den VDH stellt der Besuch eine besondere Anerkennung der deutschen Zuchtstrukturen dar. Die kontrollierte Rassehundezucht in Deutschland ist international für ihre hohen Standards bei Gesundheitsuntersuchungen, Zuchtlenkung, Welpenaufzucht und Tierschutz bekannt. Dass sich internationale Fachorganisationen gezielt über diese Strukturen informieren möchten, unterstreicht die Bedeutung und Qualität der Arbeit der VDH-Mitgliedsvereine und ihrer Züchter.
Auch die japanischen Gäste zeigten sich tief beeindruckt. Besonders hervorgehoben wurden die Fachkompetenz, das Engagement und die Gastfreundschaft der Familie Oßmann sowie die sichtbare Fürsorge für Gesundheit und Wohlbefinden der Hunde. Die Delegation betonte, wertvolle Anregungen für die eigene Arbeit mit nach Japan zu nehmen und die gewonnenen Erfahrungen dort weiterzugeben.
Solche Begegnungen leisten einen wichtigen Beitrag zum internationalen Austausch und fördern das gegenseitige Verständnis zwischen Hundezüchtern, Tierärzten und kynologischen Organisationen weltweit. Sie zeigen zugleich, dass verantwortungsvolle Rassehundezucht weit über nationale Grenzen hinaus Beachtung findet und als Vorbild für die Förderung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wesen der Hunde dienen kann.
Der VDH bedankt sich herzlich beim Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V., insbesondere bei seiner Präsidentin Roswitha Dannenberg, sowie bei Marco Oßmann und seiner Familie für die Unterstützung und die herzliche Aufnahme der Gäste. Ihr Engagement hat wesentlich zum Gelingen dieses besonderen Besuchs beigetragen.