RASSEPORTRÄT 01|2026

English Pointer

Jagdliche Eigenschaften, ein ausgeglichener Typ, herausragende Manieren in Suche und Vorstehen, sowie die Bereitschaft, freudig mit dem Hundeführer zusammenzuarbeiten - wer jemals einen Pointer in seiner Passion gesehen hat, wird es nie wieder vergessen. Sein Ursprung liegt übrigens in Spanien, wo die Vorfahren des Pointers, die weißbunten Hühnerhunde, lebten. 

Gabriele Metz

Ihre Ausstrahlung ist von Qualität und Eleganz geprägt. English Pointer vereinen zudem Kraft, Schnelligkeit und schier endlose Ausdauer. Dabei haben sie ein ausgesprochen freundliches und ausgeglichenes Wesen, das sie zu überaus liebenswerten und angenehmen Begleitern macht. — Vorausgesetzt, ihre rassetypischen Eigenschaften kommen nicht zu kurz. Zu  diesen gehört  an  allererster Stelle  die jagdliche  Passion. Gefolgt von einer schier unbändigen Freude an Geschwindigkeit und der gemeinsamen Arbeit mit dem Menschen. Diese Anlagen sind bereits beim Pointer-Welpen tief veranlagt, der angesichts eines umherflatternden Schmetterlings oder Vogels sogleich alles andere um sich herum vergisst. Eine verantwortungsvolle Haltung des English Pointers setzt somit die Bereitschaft voraus, ihn gemäß seiner Veranlagungen zu beschäftigen, also ihm die Möglichkeit zu geben, seine übersprudelnde Energie in der Natur ausleben zu können.

Im Haus ist der English Pointer ein angenehmes Familienmitglied. Er genießt durchaus die Ruhe, sucht aber auch die Nähe zu seinen Menschen, dabei ist er stets offen für Kuscheleinheiten und zeigt sich auch im Umgang mit Kindern als angenehmer Begleiter.

Dem hoch sensiblen Geruchssinn des English Pointers entgeht nichts.
Pointer in typischer Vorstehhaltung.

English Pointer

FCI-Gruppe 7 / Standard-Nr. 1

Herkunftsland

Großbritannien

Verwendung

Vorstehhund

Grösse

61 bis 69 Zentimeter

Farben

Zitronenfarben und Weiß, Orange und Weiß, Leberbraun und Weiß, Schwarz und Weiß; auch Einfarbig- und Dreifarbigkeit sind erlaubt

Haar

fein, kurz, fest, glatt, glänzend

Im Galopp erreicht der English Pointer eine beeindruckende Geschwindigkeit.

Federwild-Spezialist

Die Suche nach Federwild auf dem offenen Feld gilt als typische Arbeit des English Pointers. Um einen Pointer wirklich glücklich zu machen ist es hilfreich, diesem Aspekt besondere Gewichtung beizumessen. Die sogenannte Paarsuche gilt dabei als die Königsdisziplin der englischen Vorstehhunde. 

Die weltweit am häufigsten durchgeführte Jagdprüfung erfordert Teamwork. Paarweise zu arbeiten setzt ein stabiles Nervenkostüm voraus. Die Hunde dürfen sich nicht gegenseitig aufstacheln oder bei der Arbeit behindern, respektieren mit dem Sekundieren sogar den Erfolg des Partners. Freude an der Arbeit, Finderwille und Ausdauer machen die engagierten Jagdhunde zu ausgesprochen angenehmen Jagdgefährten, die übrigens auch bestens im Wasser und im Schilf arbeiten. Pointer apportieren meist willig und sind zudem hervorragende Verlorenbringer. Um sie in der ganzen Breite des jagdlichen Einsatzes nutzen zu können, bedarf es allerdings einer konsequenten und mit Überlegung durchgeführten Ausbildung. 

Möglichst früh sollte auch das Training für stundenweises Alleinbleiben beginnen, was Pointer in der Regel nicht allzu sehr schätzen. Von klein auf schrittweise trainiert, kann man den anhänglichen Vierbeiner jedoch unproblematisch daran gewöhnen. 

Pointer haben ein ausgesprochen freundliches und ausgeglichenes Wesen, das sie zu überaus liebenswerten und angenehmen Begleitern macht. — Vorausgesetzt, ihre rassetypischen Eigenschaften kommen nicht zu kurz.

Muskulöser Athlet

Der Pointer ist ein mittelgroßer, muskulöser Athlet, der Kraft und Eleganz ausstrahlt. Er ist ein kurzhaariger Vorstehhund, der in den Farben Weiß/Zitronengelb, Weiß/Orange, Weiß/Leberbraun, Weiß/Schwarz, Tricolor oder auch einfarbig vorkommt. Der Kopf ist kompakt und trocken, der Fang gut belefzt und leicht konkav (dish-face), mit einem scharf geschnittenen Stopp. Die Behänge sind hoch angesetzt, dünn und von mittlerer Länge. Das kurze Haarkleid soll über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt sein und glatt anliegen. Daher ist der Pointer sehr pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht. Die Ohren, Augen und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden.

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Voll in seinem Element

Die Faszination, die von einem English Pointer ausgeht, ist eine ganz besondere. Sie offenbart sich spätestens dann, wenn der athletische und dabei doch elegante Hund pfeilschnell über das Feld galoppiert und dabei — weite Schleifen ziehend — nach Federwild sucht. Nimmt er Witterung wahr, erstarrt er spontan aus dem Sprung heraus und zeigt mit der typischen Vorstehhaltung das Wild an. 

In Deutschland sind die rassetypischen Jagdmöglichkeiten für einen Pointer nicht gerade ideal, weil das Niederwild — und somit auch die Feldhühner — stark rückläufig sind. Ganz anders sieht das in Frankreich, England, Spanien, Polen und Serbien aus. Hierzulande unterstützt der passionierte Pointer seinen zweibeinigen Jäger durchaus auch im Vollgebrauch.

Vorstehhunde

Vorstehhunde sind die am häufigsten jagdlich geführten Hunde. Nicht nur in England und Irland entstanden Vorstehunderassen - hier in Form des English Pointers und der vier Setterrassen - auch auf dem europäischen Kontinent wurden und werden verschiedene Vorstehhunde-Rassen gezüchtet. In einige dieser Rassen wurde einst der English Pointer eingekreuzt, um die Vorstehanlage, Schnelligkeit und Ausdauer zu verbessern. 

Pointer apportieren meist willig und sind zudem hervorragende Verlorenbringer. Um sie in der ganzen Breite des jagdlichen Einsatzes nutzen zu können, bedarf es allerdings einer konsequenten und mit Überlegung durchgeführten Ausbildung ab dem Welpenalter.

Kein Wachhund

Wer einen effektiven Wachhund sucht, wird vom English Pointer vermutlich eher enttäuscht sein.  Dieser pflegt aus seiner Natur heraus eher andere Interessen und widmet sich eventuell lieber seiner jagdlichen Passion statt dem Geländeschutz. Wobei er Fremde allerdings auch nicht unbedingt ausschließlich freudig begrüßt. Er wird sie vielmehr vornehm ignorieren. 

Wie wir wurden, was wir sind

Der Name Pointer hat mit dem englischen Verb „to point“ zu tun, das auf etwas hinweisen bedeutet. Schon die Spanier nannten ihre Vorstehhunde Perro da Punta, was ebenfalls auf das Anzeigen verborgenen Wilds hinweist. In England und Frankreich gibt es schon lange gezielte Zuchten fähiger Vorstehhunde. Da die vom Festland nach England gelangten Hunde vielen Jägern anfangs zu schwerfällig waren, kreuzten sie Foxhounds ein, um mehr Geschwindigkeit und Beweglichkeit in die Rasse zu bringen. Berühmt ist der Rüde Dash, der 1795 aus einer Pointer-Foxhound Kreuzung entstand.

Der weiß-braune Rüde war für seine sagenhafte Geschwindigkeit, seine weiträumige Suche und herausragende Nasenleistung bekannt. Nachdem sich der Rüde bei einer Jagd das Bein brach, wurde er bis ins hohe Alter viel für die Zucht eingesetzt. Vor allem in England richtete sich der Fokus schnell auf eine einheitliche Zucht des English Pointers. In Frankreich entstanden damals weitaus mehr unterschiedliche Zuchtrichtungen, weil es bei den französischen Adligen Mode war, eigene Jagdhundeschläge zu züchten. Und auch wenn es in England ebenfalls Adlige mit individuellen Zuchtstämmen gab, so zeichnete sich doch spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine einheitliche Zuchtrichtung ab. Nicht zuletzt aufgrund der vielerorts stattfindenden Rassehundausstellungen.

Pudelpointer

Pudel und Pointer bilden die genetische Grundlage des Pudelpointer. Nun sind die Profile der beiden Vollblutjagdhunde recht unterschiedlich. Wie entstand also die Idee, Pudel und Pointer miteinander zu kreuzen? Eigentlich war es keine konkrete Idee, sondern vielmehr das überzeugende Ergebnis zufälliger Verpaarungen. Hegewald, der Altmeister des jagdlichen Brauchtums, auch unter dem Namen Freiherr von Zedlitz und Neukirch bekannt, setzte zwei dieser Zufalls-Pudelpointer ein und konnte vor lauter Lob kaum die passenden Worte finden. In England, Spanien und Amerika gab es ebenfalls solche Kreuzungen und auch dort zeichnete sich zunehmend gezieltes Interesse für diese Hunde ab. 1881 fiel der erste geplante Wurf Pudelpointer. Dann erfolgte schrittweise der Übergang zur reinen Pudelpointer-Verpaarungen. Von 1924 bis 1945 wurde bereits Reinzucht betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden aufgrund des stark dezimierten Bestands erneute Einkreuzungen mit Pointern vorgenommen. 1983 wurden erneute Pointer-Einkreuzungen erforderlich. 

Kontakt

Deutscher Pointerclub e.V.
www.pointerclub.eu

Verein für Pointer und Setter e.V.
www.pointer-und-setter.de